André Kirbach Düsseldorf

Cologne Fine Art




2013:  Vier Jahreszeiten - die Galerie Kirbach feiert 10 Jahre japanische Kunst


„... Und Bernard Schultzes tischgroßer Bühnenbildentwurf zu Erich Walters Ballettadaption der „Vier Jahreszeiten“ von Vivaldi bildet das Zentrum des schönsten Standes auf der Messe: André Kirbach aus Düsseldorf wählte als Motto die vier Jahreszeiten. Stimmungsvolle Sentenzen aus dem mehr als tausend Jahre alten „Kopfkissenbuch“ der Hofdame Sei Shônagon begleiten nun die japanischen Keramiken und Lackarbeiten, die den Jahreslauf reflektieren. Sie stehen als Solisten auf niedrigen Podesten vor dunklen Stellwänden mit modernen Bildern. In diesem kleinen Labyrinth klingen das Alte und das Neue, das Praktische und das Schöne wirklich und wirkungsvoll zusammen.“
Die Welt, 23.11.2013


Cofa 2013
Cofa 2013




Frühling




Im Frühling lob’ ich mir die Stunde vor dem Tag,
wenn die Grate der dunklen Bergmassen in rosigem Licht erglühen und purpurne Wolkenschleier gemächlich davon treiben.

Hofdame Sei Shônagon*
(etwa 966 - 1025)

Cofa 2013
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Sommer




Zur Sommerszeit erwähle ich mir die Nacht.
Muss ich an den wechselnden Mond erinnern,
an den schimmernden Tanz der Leuchtkäfer?
Selbst wenn draußen der Regen rauscht,
ist das Dunkel einer Sommernacht köstlich.

Hofdame Sei Shônagon*
(etwa 966 - 1025)

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Cofa 2013
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Herbst




Im Herbst ziehe ich die Abendstunden vor.
Die untergehende Sonne ist eine Pracht
und Herrlichkeit ohnegleichen.
Die fernen Bergketten sind nahe gerückt.
In kleinen Gruppen fliegen die Raben zu ihren
Schlafstätten. Unvergesslich bleibt eine Kette
von Wildgänsen am fernen Himmelsrande.
Endlich beginnt das leise Wehen des Abendwindes
und das unaufhörliche Zirpen der Zikaden.

Hofdame Sei Shônagon*
(etwa 966 - 1025)

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Winter




Winter und fallender Schnee sind eins.
Dann liebe ich die sehr frühen Morgenstunden.
Die Holzkohlenfeuer werden angezündet,
und alles eilt mit Kohlenpfannen im Palast umher.
Erst gegen Mittag, wenn die Sonne kommt,
wird es wärmer, und dann ist nur ein wenig
weiße Asche in den Pfannen zurückgeblieben.

Hofdame Sei Shônagon*
(etwa 966 - 1025)

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Cofa 2013
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* Texte aus:
   Das Kopfkissenbuch der Dame Sei Shônagon
   Marix Verlag, 2006