Keiko Sadakane

„magnificat“, 2026

nach Magnificat D-Dur (1733), Johann Sebastian Bach

Fine Art Print, Diasec

je 30 x 41 cm
gesamt 129 x 129 cm

Künstlerin:
Keiko Sadakane (geb. 1948)

Preis auf Anfrage

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Eine klassizistische Vase aus Marmor.

Magnificat, 2026

In ihrer zwölfteiligen Arbeit Magnificat bezieht sich Keiko Sadakane auf Johann Sebastian Bachs Vertonung des lateinischen Lobgesangs Marias. Die Gliederung der Arbeit folgt der musikalischen Form: Jeder der zwölf Bildträger entspricht einem der zwölf Sätze des Magnificat. So entsteht eine visuelle Partitur, in der Text, Musik und Farbe miteinander verbunden werden.

Ausgangspunkt ist der lateinische Text, der dem Werk Bachs zugrunde liegt. Keiko Sadakane hat den einzelnen Buchstaben dieses Textes Farben zugeordnet und daraus ein eigenes, persönliches Farbenalphabet entwickelt. Jeder Buchstabe erscheint als vertikale Farblinie. Aus der Abfolge der Buchstaben entstehen auf den einzelnen Tafeln dichte rhythmische Strukturen, deren Ordnung aus dem Text hervorgeht und zugleich eine eigenständige bildnerische Präsenz gewinnt.

Die zwölf Tafeln zeigen keine Übersetzung des Magnificat im wörtlichen Sinn. Sie machen vielmehr sichtbar, wie Sprache sich in Farbe, Rhythmus und Bewegung verwandeln kann. Die senkrechten Linien folgen der Textstruktur, öffnen sich aber zugleich zu einem Farbraum, der an musikalische Takte, Stimmen und Klangschichten erinnert. Je nach Länge, Dichte und Buchstabenfolge des jeweiligen Satzes verändert sich das Verhältnis der Farben. Manche Tafeln wirken ruhiger und weit gespannter, andere verdichten sich zu einem schnellen, beinahe vibrierenden Wechsel.

Zugleich entspricht die leuchtende Farbigkeit der Arbeit dem festlichen Charakter des Magnificat. Bachs Musik ist hier von einer großen Freude und positiven Ausstrahlung getragen. Diese musikalische Energie findet in Sadakanes Farbenalphabet eine überzeugende bildnerische Entsprechung: Die Farben wirken klar, rhythmisch und lebendig, ohne ihre innere Ordnung zu verlieren.

So entsteht ein Werk zwischen Schrift, Musik und Bild. Das Magnificat bleibt als geistiger und musikalischer Ursprung gegenwärtig, erscheint aber in einer neuen Form: als farbige Ordnung, als visuelle Bewegung, als stilles Nachklingen eines großen musikalischen Textes.

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