Keiko Sadakane
„gloria patri“, 2026
Fine Art Print, Diasec
Durchmesser 81,5 cm
Künstlerin:
Keiko Sadakane (geb. 1948)
Euro 4.500,-
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Gloria Patri, 2026
Mit Gloria Patri greift Keiko Sadakane den abschließenden Satz von Johann Sebastian Bachs Magnificat auf. Der lateinische Text der Doxologie — Gloria Patri et Filio et Spiritui Sancto, „Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist“ — bildet den feierlichen Schlusspunkt des Werkes und bündelt noch einmal dessen ganze festliche Energie.
Wie in den vorangehenden Arbeiten übersetzt Sadakane auch hier den Text in ihr persönliches Farbenalphabet. Den einzelnen Buchstaben sind Farben zugeordnet, die in ihrer Abfolge zu einer klar gegliederten, rhythmischen Bildstruktur werden. Anders als bei den rechteckigen Tafeln des Magnificat, auf denen sich der Text in vertikalen Linien entfaltet, erscheint das Farbenalphabet hier in konzentrischen Kreisen.
Diese kreisrunde Form ist von besonderer Bedeutung. Sie verleiht dem Schlussgesang eine eigene Geschlossenheit und lässt an Vollendung, Einheit und Fortdauer denken. Die Farbe breitet sich vom Zentrum nach außen aus, als würde sich Klang in Wellen entfalten. So entsteht eine Bildform, die dem feierlichen Charakter des Gloria Patri in besonderer Weise entspricht: gesammelt und zugleich strahlend, geordnet und zugleich lebendig.
Die konzentrische Anordnung steigert zudem die visuelle Wirkung der Farben. Die Ringe scheinen zu schwingen, zu vibrieren und sich im Auge fortzusetzen. Dadurch gewinnt die Arbeit eine starke Präsenz, die an musikalische Resonanz erinnert. Die leuchtende Farbigkeit trägt jene Freude und Helligkeit in sich, die auch Bachs Musik auszeichnet und dem Schluss des Magnificat seine festliche Größe verleiht.
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