China
Gefäß
China
Westliche Zhou-Dynastie
ca. 10.-8. Jahrhundert vor Chr.
Keramik mit Stempel- und Reliefdekor
H. 11,5 cm, D. 19 cm
Bodenbereich fachgerecht alt restauriert.
Provenienz:
Süddeutsche Privatsammlung; laut Auskunft der Erben in den 1990er Jahren in Hongkong erworben.
Euro 580,-
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Das gedrungen gebauchte Gefäß mit kurzem Hals, leicht ausgestellter Mündung und zwei seitlichen, zoomorphen Ösenhenkeln gehört in die frühe Keramik der Westlichen Zhou-Dynastie. Die Wandung ist in mehreren umlaufenden Registern gegliedert: Auf Schulter und unterem Gefäßkörper erscheinen gestempelte, geometrische Muster aus Schraffuren, Dreiecken und rautenförmigen Feldern; dazwischen verläuft ein breites Reliefband mit verschlungenen, abstrakt-linearen Motiven. Die plastisch angesetzten Henkel in Gestalt stilisierter Tierwesen verbinden Funktion und Ornament und geben dem Gefäß eine besonders archaische Präsenz.
Die Westliche Zhou-Zeit, die auf die Shang-Dynastie folgte, gehört zur chinesischen Bronzezeit. Ahnenkult, Opferhandlungen und die Ausstattung von Gräbern prägten die materielle Kultur dieser Epoche. Während rituelle Gefäße höchsten Ranges in Bronze gearbeitet wurden, entstanden parallel keramische Gefäße, die Formen und Ornamentik dieser archaischen Ritualkultur in Ton übertrugen. Die seitlichen Ösen, die Registergliederung und das kräftige Reliefband erinnern auch bei diesem Gefäß an die streng geordnete Formensprache früher Bronzegefäße.
Hergestellt wurde das Gefäß aus hell brennendem Ton. Der Dekor wurde vor dem Brand durch Eindrücken, Stempeln und plastisches Auflegen in die noch lederharte Oberfläche eingebracht. Die helleren und dunkleren Zonen der Oberfläche verweisen auf Brandveränderungen und Alterungsprozesse durch lange Bodenlagerung, wie sie bei frühen chinesischen Keramiken dieser Art häufig begegnen. Solche Gefäße standen vermutlich im Zusammenhang mit Vorrat, Ritual und Grabkultur und vermitteln bis heute die archaische Würde der frühen Zhou-Zeit.
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