China
zwei Vorratsvasen
glasierte Keramik
H. 34,5 cm, 33 cm
China
Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.)
Keine sichtbaren Restaurierungen, auch nicht unter UV-Licht erkennbar.
Provenienz:
Süddeutsche Privatsammlung; laut Auskunft der Erben in den 1990er Jahren in Hongkong erworben.
zusammen Euro 1.700,-
einzeln Euro 900,- / 800,-
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Die beiden Vorratsvasen gehören zu einem in der Han-Zeit weit verbreiteten Gefäßtypus. Ihre bauchige Form mit hochgezogener Schulter, kurzem Hals, ausschwingender Lippe und seitlich angesetzten Ösen nimmt ältere Speicher- und Vorratsgefäße auf. Zugleich steht dieser Typus in der Tradition bronzener hu-Gefäße, deren Formen in der Han-Zeit vielfach in Keramik übertragen wurden.
In der Han-Dynastie entwickelte sich die Herstellung keramischer Grabbeigaben in großem Umfang. Gefäße, Architekturmodelle, Figuren, Tiere und Geräte wurden für den Grabzusammenhang geschaffen und dienten der Ausstattung des Verstorbenen für das Jenseits. Vorratsgefäße wie diese gehören zu den Formen, die in hanzeitlichen Gräbern regelmäßig vorkommen.
Die beiden Vasen zeigen die klare Konstruktion dieses Typus. Ein gerundeter Gefäßkörper steigt in eine breite Schulter über; darüber sitzt ein zylindrischer Hals mit leicht ausgestelltem Rand. Umlaufende Ritzlinien gliedern die Schulterzone, während wellenförmige Kammdekore Hals und Halsansatz betonen. Die kleinen Schulterösen erinnern an eine ursprünglich funktionale Gefäßform und gehören zugleich zur plastischen Gliederung des Körpers.
Die Oberflächen zeigen die für hanzeitliche Keramik charakteristischen Spuren langer Bodenlagerung. Glasur, Verwitterung und kalkige Auflagerungen haben sich auf beiden Gefäßen unterschiedlich ausgeprägt und geben ihnen jeweils einen eigenen Charakter. In der gemeinsamen Präsentation wird sichtbar, wie variantenreich diese hanzeitliche Keramik innerhalb eines festen Formschemas erscheinen kann.
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