Wilhelm Bartsch
Studie „Brandung“, 1942 (?)
Küste bei bewegter See, wohl Holland
Öl auf Leinwand, auf Hartfaser
26 x 37,5 cm
41,5 x 52,5 cm (Rahmen)
Künstler:
Wilhelm Bartsch (1871-1953)
rückseitig in Bleistift signiert: Wilhelm Bartsch
daneben schwer leserlich wohl „Holland“ und „8/6/42“, anschließend ein weiteres unleserliches Zeichen
Euro 1.600,-
Wilhelm Bartsch
Wilhelm Bartsch wurde 1871 in Kiel geboren und starb 1953 in Worpswede. Nach einem Studium an der Kunstakademie Karlsruhe setzte er seine Ausbildung in Düsseldorf fort, wo er von 1896 bis 1901 unter anderem bei Eugen Dücker und Peter Janssen studierte. Dücker, einer der bedeutenden Landschaftslehrer der Düsseldorfer Akademie, dürfte für Bartschs Hinwendung zur Landschafts- und Marinemalerei von besonderer Bedeutung gewesen sein.
Bereits um die Jahrhundertwende beschäftigte sich Bartsch intensiv mit der Küstenlandschaft. Zwischen 1897 und 1905 hielt er sich wiederholt im niederländischen Katwijk auf; später führten ihn Studienreisen unter anderem nach Norwegen, Flandern, Frankreich, Spanien und Italien. 1909 ließ er sich in Worpswede nieder und wird heute zur zweiten Generation der dortigen Künstlerkolonie gezählt. Seine bevorzugten Motive blieben die norddeutsche Landschaft, Wasser, Küsten und das Meer. Werke Bartschs befinden sich unter anderem in der Kunsthalle Bremen und im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover.
Zur Arbeit
Diese kleine Ölstudie schätzen wir seit vielen Jahren ganz besonders. Es ist eine jener Arbeiten, bei denen das spontane Geschehen noch unmittelbar im Pinselstrich spürbar bleibt. Bartsch reduziert die Küstenlandschaft auf wenige Elemente: den hohen, hellen Himmel, die schmale Linie des Horizonts, das bewegte Meer und die dunklen Felsen, die von rechts in die Komposition hineinragen.
Gerade das Wasser ist mit großer Freiheit gemalt. Kurze, rasche Pinselzüge in Weiß, Grau, Grün und einem kühlen Türkis überlagern sich und lassen die Bewegung der Brandung entstehen. Die dunkle, beinahe schwere Felsengruppe bildet dazu einen kräftigen Gegenpol. Vieles bleibt angedeutet, manches scheint beinahe nur hingeschrieben. Darin liegt für uns der besondere Reiz dieser Arbeit. Sie besitzt eine Frische und Selbstverständlichkeit, die bei einer ausgeführten Atelierarbeit leicht verloren gehen kann.
Die Studie begleitet uns persönlich bereits seit vielen Jahren. Carmen Seuffert (Gruppe Köln) reinigte sie einst liebevoll und gab ihr einen frischen aber dezenten Firniss. Auch ihre Rahmung gehört für uns inzwischen zu ihrer Geschichte. Unser langjähriger Rahmenbauer fertigte sie noch vor seinem Ruhestand eigens für dieses kleine Bild an. Dabei wurde ein alter Holzrahmen weiterverwendet und die Arbeit auf einer dunklen Holzfläche frei eingesetzt. Diese ebenso einfache wie sorgfältige Lösung lässt der kleinen Skizze den nötigen Raum und entspricht ihrer stillen, unprätentiösen Qualität. (AK)
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