Yayoi

kleines Gefäß (ko-tsubo)

Yayoi-Keramik
H. 13,8 cm, D. 10,5 cm

Japan, Yayoi-Zeit
wohl mittlere bis späte Yayoi-Zeit
ca. 1. Jh. v. Chr. – 2. Jh. n. Chr.

Holzdose mit Aufschrift
弥生時代 小壺
Yayoi jidai ko-tsubo
Yayoi-Zeit, kleines Gefäß

Euro 850,-

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Dieses kleine Gefäß stammt aus der Yayoi-Zeit und gehört zu jener frühen japanischen Keramik, deren Formen bereits eine bemerkenswerte Klarheit und Geschlossenheit besitzen. Der fast kugelige Körper geht in einen hohen, schmalen Hals über, der unmittelbar unterhalb der Mündung durch feine umlaufende Rillen gegliedert ist. Die Wandung ist sorgfältig aufgebaut und geglättet, während der rund ausgebildete Boden deutlich gröber belassen wurde.

Die Oberfläche zeigt ein besonders schönes Brandbild. Auf einer Seite der Schulter zeigt sich ein heller Ascheanflug, der während des Brandes entstand.

Wie bei vielen Gefäßen dieser Zeit besitzt der Boden keine Standfläche. Frei aufgestellt liegt das Gefäß heute deshalb leicht geneigt auf seiner Rundung. Diese Stellung gibt unserem kleinen Gefäß eine erstaunliche Präsenz.

Die Yayoi-Zeit bezeichnet eine lange Phase der japanischen Frühgeschichte, die nach heutigem Forschungsstand regional unterschiedlich bereits im 1. Jahrtausend v. Chr. einsetzt und bis in die ersten Jahrhunderte n. Chr. reicht. Mit ihr verbinden sich die Ausbreitung des Nassreisanbaus, neue Formen des Siedlungswesens und weitreichende Veränderungen der materiellen Kultur. Auch die Keramik entwickelt sich in dieser Zeit deutlich weiter.

Charakteristisch sind Vorratsgefäße, Kochgefäße, Schalen, Flaschenformen und hochfüßige Gefäße. Gegenüber der vorausgehenden Jōmon-Zeit werden die Formen vielfach ruhiger und klarer gegliedert. Die Gefäße sind häufig dünnwandiger, sorgfältiger geglättet und in ihrer Silhouette stärker geschlossen. Zugleich bestehen ausgeprägte regionale Unterschiede in Form, Aufbau und Oberflächenbehandlung.

Die Yayoi-Keramik blieb unglasiert. Unterschiede in Brennatmosphäre und Feuerführung führten zu einer großen Bandbreite von rötlichen, ockerfarbenen, grauen und nahezu schwarzen Oberflächen. Auch Rauchspuren und Ascheanflug konnten sich während des Brandes auf der Gefäßwand niederschlagen. Gerade bei schlicht aufgebauten Gefäßen tritt der Herstellungsprozess deshalb unmittelbar an der Oberfläche hervor.

Das vorliegende ko-tsubo dürfte aufgrund seiner geschlossenen Kugelform, des hohen Halses und der zurückhaltenden horizontalen Gliederung in die mittlere bis späte Yayoi-Zeit gehören. Ein feiner Haarriss verläuft von der Schulter bis in den Hals; am Mündungsrand befindet sich eine kleine alte Fehlstelle. Das Gefäß ist insgesamt sehr schön und geschlossen erhalten.

Die alte Holzdose trägt die Bezeichnung 弥生時代 小壺 – Yayoi jidai ko-tsubo, „kleines Gefäß aus der Yayoi-Zeit“, sowie eine kleine Zeichnung seiner Form.

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