Abraham David Christian
Far Arden
Gruppe von 1o Zeichnungen (2021)
Graphit auf Papier, je 42 x 29,7 cm
Preis auf Anfrage
Die Zeichengruppe Far Arden, ein Werk von Abraham David Christian, entstand auf der Grundlage von Texten von Jim Morrison.
Unter dem Titel Far Arden wurden nach Morrisons frühem Tod Gedichte und gesprochene Texte aus Tonbandaufnahmen zusammengestellt, die er an seinem letzten Geburtstag, dem 8. Dezember 1970, aufgenommen hatte. Sie erschienen erstmals 1985 im Karin Kramer Verlag, Berlin.
In dieser Gruppe von zehn Zeichnungen setzt sich Abraham David Christian mit dem Verhältnis von Text, Schrift, Schreiben und Zeichnen auseinander. Wort und Linie treten in einen unmittelbaren Dialog.
And so I say to you –
The silk handkerchief was embroidered in China or Japan
Behind the Steel Curtain.
And now one can cross the border line
without proper credentials.
This is to say that we‘re all sensate
and occasionally sad.
And if every partner in crime were
to incorporate promises in his program
the land might end
and all our friends
would follow another program.
Who are our friends?
Are they sullen and slow?
Do they have great desire or are they one of the multitude
Who walk doubting their impossible regret?
Certainly, things happen and reoccur
in continuous promise.
All of us have found a safe niche
where we can store up riches
and talk to our fellows on the same
premise of disaster.
But this will not do.
No, this will never do!
There are continents and shores
which beseech our understanding.
Seldom have we been so slow,
Seldom have we been so far.
My only wish is to see Far Arden again.
jim morrison
und so erzähl ich‘s euch –
das seidene taschentuch wurde in china oder japan bestickt
hinter dem Stählernen Vorhang.
und jetzt kann man die grenze
ohne besondere ausweispapiere überschreiten.
das meint, daß wir alle abgetastet werden
und manchmal traurig sind.
und wenn jeder komplice
in seinem programm noch versprechungen machen müßte,
wäre das land vielleicht am ende,
und unsere ganzen freunde
würden einem anderen programm folgen.
wer sind unsere freunde?
sind sie dumm und träge?
haben sie große hoffnungen oder gehören sie zur masse derer,
die ihrem eigenen gejammer nicht trauen?
gewiß, dinge ereignen sich und ereignen sich wieder
als unaufhörliches versprechen.
jeder von uns hat eine sichere nische gefunden,
in der er reichtümer aufhäufen
und zu seinen freunden reden kann
auf der grundlage der katastrophe.
aber das reicht nicht.
nein, das wird nie reichen!
da sind kontinente und küsten,
die unser denken anflehen.
selten waren wir so langsam,
selten waren wir so fern.
mein einziger wunsch ist, nochmal das Ferne Arden zu sehen.
Der Text und seine deutsche Übersetzung sind dem Buch
jim morrison fernes arden Far Arden
Karin Kramer Verlag Berlin, 1985
entnommen.
Die Übersetzung und Einrichtung des Textes stammten damals von Werner Reimann.
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