Karatsu chawan

Teeschale (chawan)

Karatsu-Keramik
H. 7 cm, D. 12,8 cm

Momoyama- / frühe Edo-Zeit
spätes 16. / frühes 17. Jahrhundert

Euro 3.400,-

Ein japanisches Negoro-Lack Tablett.

Diese Teeschale ist ein Beispiel früher Karatsu-Keramik aus dem Umfeld der japanischen Teekultur des ausgehenden 16. Jahrhunderts. Die Produktion in der Region um Karatsu entwickelte sich in dieser Zeit zu einem der maßgeblichen Zentren für Keramik, die gezielt für den Gebrauch im Tee hergestellt wurde. Karatsu-Ware wurde wegen ihrer Materialnähe, Robustheit und unprätentiösen Erscheinung geschätzt und fand früh Eingang in den Kanon der für Chanoyu geeigneten Keramiken.

Die Form ist niedrig und gedrungen, mit sanft ausladender Wandung und einem breit gearbeiteten Standring. Der hellockerfarbene Scherben bleibt unter der dünn aufgetragenen Glasur sichtbar. Tonstruktur und Brandbild wechseln subtil; Einschlüsse und Unregelmäßigkeiten sind Bestandteil der Oberfläche und verweisen auf die handwerkliche Herstellung.

Die Asche-Feldspat-Glasur ist ungleichmäßig geführt. Sie zeigt feines Craquelé sowie mehrere deutlich ausgeprägte Glasurtränen, die sich aus Auftrag und Brand ergeben. Im Inneren sind Drehrillen erhalten. Der Standring ist grob geschnitten.

Die Schale lässt sich der Kisekaratsu-Ware zuordnen, einer frühen Form der Karatsu-Keramik ohne Bemalung oder zusätzliche Dekore. Solche Arbeiten entstanden als Gebrauchsobjekte für die Teezeremonie. Frühe Karatsu-Chawan zählen heute zu gesuchten Zeugnissen japanischer Teekeramik.

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