Chosen karatsu
Teedose (chaire)
Chosen-karatsu (koreanisches karatsu)
H. 8,2 cm (ohne Deckel), D. 6,2 cm
Japan
Edo-Zeit (1603-1868)
Euro 2.400,-
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Karatsu-Keramik entwickelte sich seit dem späten 16. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Keramikzentren Japans. Die Lage im Norden Kyūshūs begünstigte seit jeher den Austausch mit der koreanischen Halbinsel. Bereits vor den Koreafeldzügen Toyotomi Hideyoshi bestanden in der Region Brennöfen, deren Erzeugnisse deutlich von koreanischer Keramik beeinflusst waren. In der Folge entstand in Karatsu eine Vielzahl unterschiedlicher Waren, die sowohl für den täglichen Gebrauch als auch für die Teezeremonie bestimmt waren.
Innerhalb dieser Vielfalt bezeichnet Chōsen Karatsu eine Ausprägung der Karatsu-Keramik, die sich durch eine bewusste Nähe zu koreanischen Vorbildern auszeichnet. Typisch ist die Verwendung dunkler Eisenglasuren in Verbindung mit darüberliegenden Asche- oder Feldglasuren, die eine spannungsreiche Oberfläche erzeugen und an koreanische Irabo-Keramik erinnern.
Die vorliegende Chaire besitzt eine leicht windschiefe, bewusst unregelmäßige Form. Die dunkle Glasur wird von zwei hellen, offen hervortretenden Partien unterbrochen, die den Blick führen und die Oberfläche gliedern. Besonders eindrucksvoll ist das grobe, deutlich sichtbare Quarzkorn, das sich seitlich durch die Glasur abzeichnet – ein zufälliger ästhetischer Bruch, der die Oberfläche weiter differenziert.
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