Thonet

Servierwagen B182 (Variante)

Mitte 30er Jahre

Stahlrohr, verchromt, gesteckt
Holz, schwarz gebeizt und lackiert

H. 79 cm, B. 71 cm, T. 42 cm

Entwurf im Umfeld von Anton Lorenz

Hersteller: Thonet

Euro 1.700,-

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Der Servierwagen B 182 gehört zum Programm der zerlegbaren Thonet-Stahlrohrmöbel, wie es im Katalog von 1935 dokumentiert ist. Konstruktion und Proportionen entsprechen dem dort abgebildeten Modell.

Die Bauweise basiert auf verschraubten Steckverbindungen. Die senkrechten Rohrpfosten sind separat eingesetzt und ermöglichen eine vollständige Demontage des Möbels – ein wesentliches Merkmal der industriellen Serienfertigung dieser Zeit.

Formal steht der Wagen im Kontext der am Bauhaus entwickelten Stahlrohrmöbel. Während die frühen Experimente ab 1925 in Dessau entstanden, erfolgte die systematische industrielle Umsetzung ab 1930 unter maßgeblicher Beteiligung von Anton Lorenz. Mit der Kooperation zwischen Lorenz und Thonet wurden Konstruktion, Typisierung und Vertrieb der Stahlrohrmöbel entscheidend professionalisiert.

Innerhalb der Modellreihe sind leichte konstruktive und proportionale Varianten belegt, etwa in der Ausführung der Rollen, der Griffbügel oder der Detailausbildung der Verschraubungen. Solche Unterschiede sind für die Serienproduktion der 1930er Jahre charakteristisch und dokumentieren die fortlaufende technische Anpassung im Herstellungsprozess.

Die klare rechteckige Gliederung und die reduzierte Materialkombination aus schwarzem Holz und verchromtem Stahlrohr entsprechen dem funktionalen Gestaltungsverständnis der frühen 1930er Jahre.

„Dieser Servierwagen kann durch einfache Lösung seiner sinnreichen Verschraubungsvorrichtung mühelos zerlegt werden.“
(Katalog Thonet Stahlrohrmöbel, 1935)

Literatur:
Alexander von Vegesack, Deutsche Stahlrohrmöbel, München 1986, S. 74, 135.

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