Negoro kyakutsuki-bon
Tablett auf Füßen (kyakutsuki-bon))
Negoro-Lackware
H. 7,5 cm, L. 35,2 cm, T. 36 cm
Japan
späte Muromachi-/Momoyama-Zeit
16. Jahrhundert
Preis auf Anfrage
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Dieses große Negoro-Tablett mit Füßen besitzt jene ruhige Präsenz, die für alte Gebrauchsarbeiten dieser Tradition charakteristisch ist. Seine Wirkung entsteht aus den deutlich sichtbaren Spuren einer langen Nutzung, die sich in der Oberfläche ebenso wie an den Kanten des Objekts ablesen lassen.
Die flache, nahezu quadratische Form mit abgeschrägten Ecken gehört zu den klassischen Tablettformen der Muromachi-Zeit. Ein breiter, leicht erhöhter Rand fasst die Fläche des Tabletts ein und verleiht dem Objekt eine klare, fast architektonische Struktur. Vier kräftige Füße heben es über die Standfläche an und geben ihm eine stabile, podiumartige Wirkung.
Wie bei vielen frühen Negoro-Arbeiten ist die Oberfläche von einem lebendigen Zusammenspiel der Lackschichten geprägt. Der ursprünglich leuchtend rote Lack hat im Laufe der Jahrhunderte nicht nur an Glanz verloren, sondern auch Teile seiner Oberfläche eingebüßt. An zahlreichen Stellen tritt der schwarze Unterlack hervor und bildet unregelmäßige dunkle Felder, besonders im Inneren des Tabletts sowie entlang der Kanten. Diese Veränderungen sind das Ergebnis wiederholter Benutzung, vom Abstellen von Gefäßen, von Reinigung und fortgesetzter Berührung.
Die Unterseite des Tabletts ist in einem dunklen, nahezu schwarzen Lack gehalten und zeigt Spuren der handwerklichen Bearbeitung sowie kleinere Alterungserscheinungen im Holz. Auch an den Füßen zeigen sich deutliche Altersspuren. Stellenweise sind sie bis auf das Holz abgerieben.
Ein längerer Riss im Bereich der Konstruktion gehört zu den typischen Alterungserscheinungen größerer Lackarbeiten. Er entstand durch das natürliche Arbeiten des Holzes unter den Lackschichten und ist bei alten Negoro-Objekten häufig zu beobachten.
Abrieb, freigelegte Lackschichten, kleine Risse und die unterschiedlichen Farbtöne des Lacks prägen das heutige Erscheinungsbild unseres Tabletts. In dieser gewachsenen Patina zeigt sich jene Qualität, für die alte Negoro-Arbeiten besonders geschätzt werden: die stille Präsenz eines Gebrauchsobjekts, dessen Form und Oberfläche erst durch lange Nutzung ihre heutige Gestalt erhalten haben.
Tabletts dieser Art wurden vor allem in Tempeln zum Servieren von Gefäßen oder Speisen verwendet. In späterer Zeit fanden viele von ihnen auch Eingang in die Ästhetik der Teezeremonie, in der gerade jene Spuren der Nutzung geschätzt werden, die im Laufe der Zeit eine eigenständige Oberfläche entstehen lassen.
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