Shigaraki
Teedose (chaire)
Shigaraki-Keramik
späterer Holzdeckel
H. 6,8 cm (ohne Deckel), D. 5 cm
Japan
frühe Edo-Zeit (1603-1868)
17. Jahrhundert
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Dieses chaire entstand in der Region Shigaraki, einem der sechs alten Keramikzentren Japans. Der dort gewonnene Ton ist reich an feldspatreichen Einschlüssen und zeichnet sich durch eine grobe, offene Struktur aus. Gebrannt wurde in lang geführten Holzbränden, in denen sich Oberfläche und Farbe aus dem direkten Zusammenspiel von Material, Flamme und Flugasche entwickelten.
Im 17. Jahrhundert lässt sich eine zunehmende Kontrolle dieser Prozesse beobachten. Die Platzierung der Gefäße im Ofen bestimmte die Ausbildung von Ascheanflug, Schmelzzonen und Verdichtung.
Das vorliegende chaire zeigt im Bereich von Schulter und Mündung einen konzentrierten grünlich-bläulichen Glasurverlauf. Diese Glasur ist aus Ascheablagerungen hervorgegangen, die sich unter hoher Temperatur zu einer dichten, glasartigen Schicht verbunden haben. Die Ausbildung dieser Zone verweist auf eine gezielte Ofenpositionierung, durch die sich der Ascheanflug im oberen Bereich des Gefäßes konzentrieren konnte.
Der Körper ist schlank zylindrisch ausgeführt und dünnwandig gearbeitet. Die Oberfläche zeigt die typische, durch Einschlüsse geprägte Struktur des Shigaraki-Tons mit offenen Poren und differenzierten Brandspuren. Die Mündung ist leicht unregelmäßig. Am Boden sind die Abdrehspuren klar ablesbar; die Standzone ist sanft nach innen gewölbt und ungleichmäßig ausgeprägt.
Shigaraki-Arbeiten dieser Zeit wurden im Umfeld der Teezeremonie aufgrund ihrer unmittelbaren Materialität geschätzt.
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