Bizen tsubo
großes Gefäß (tsubo)
Bizen-Keramik
H. 28 cm / D. 25,5 cm
Japan
frühe Edo-Zeit
17. Jahrhundert
Preis auf Anfrage
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Dieser großformatige Tsubo ist ein charakteristisches Beispiel für die Keramiktradition der Bizen-Region. Gefertigt aus eisenreichem Ton und ohne Glasur, entfaltet das Gefäß seine Wirkung ausschließlich durch die Spuren des langen Holzofenbrandes. Die Oberfläche ist von wechselnden Atmosphären im Ofen geprägt: dunkle Zonen gehen in rötlich-braune Partien über, stellenweise begleitet von aschigen Auflagen und feiner Sinterung.
Die gedrungene, zylindrische Grundform wurde womöglich vom Schöpfer des Gefäßes bewusst gebrochen. Eine großflächige Eindrückung auf einer Seite greift tief in den Körper des Gefäßes ein und hebt die rotierende Symmetrie deutlich auf. Dieser Eingriff ist formbestimmend und verändert die Wahrnehmung von Volumen und Ausrichtung. Horizontale Drehrillen bleiben sichtbar und verweisen auf den Herstellungsprozess, ohne dekorative Funktion zu übernehmen.
Der Rand ist auffallend flach ausgeführt; an zwei gegenüberliegenden Stellen wurde der noch weiche Ton zu tiefen, klar definierten Mulden eingedrückt, die den Rand strukturieren. Eine Ausrichtung auf einen passgenauen Verschluss des Gefäßes erscheint vor diesem Hintergrund unwahrscheinlich.
Auf der Unterseite befindet sich eine groß ausgeführte, eingeritzte Ofenmarke (Kamajirushi). Solche Zeichen dienten in Bizen der Kennzeichnung von Brenn- oder Werkstattzusammenhängen innerhalb gemeinschaftlich genutzter Großöfen und sind nicht als individuelle Künstlerbezeichnung zu verstehen.
Mit einer Höhe von 28 cm und einem Durchmesser von 25,5 cm gehört der Tsubo zu den größeren Gefäßen seiner Art. Die womöglich gezielte asymmetrische Formgebung, die offene Randlösung und die stabile Bauweise lassen auf eine bewusste Herstellung des Gefäßes als Einzelstück innerhalb kultureller oder zeremonieller Kontexte der frühen Edo-Zeit schließen. In dieser Zeit wurden Keramiken zunehmend unter dem Einfluss der Teeästhetik geschaffen oder neu gelesen. Unregelmäßigkeit, Zurückhaltung und die sichtbaren Spuren von Ton und Feuer galten dabei als Ausdruck einer bewussten Reduktion und Konzentration. In diesem Spannungsfeld lässt sich auch dieses Gefäß verorten.
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