Khmer

Schale

Buriram-Kilns, Nordostthailand
Khmer-Kulturraum, 12.–13. Jahrhundert

H. 8,3 cm · D. 12,8 cm

Euro 1.200,-

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Im 12. und 13. Jahrhundert gehörte der Nordosten des heutigen Thailand zum Einflussbereich des Khmer-Reiches. Neben den monumentalen Tempelanlagen von Angkor entwickelte sich in dieser Zeit eine eigenständige keramische Produktion, deren Werkstätten unter anderem in der Region Buriram archäologisch nachgewiesen sind. Diese Brennzentren versorgten Siedlungen, religiöse Einrichtungen und administrative Strukturen mit hochgebrannter Gebrauchskeramik.

Die Buriram-Kilns produzierten Steinzeug für den alltäglichen Bedarf. Charakteristisch ist ein eisenhaltiger, mineralisch durchsetzter Scherben, der in reduzierender Atmosphäre gebrannt wurde. Die Gefäße entstanden auf der Drehscheibe und zeigen klar geführte, funktionale Profile ohne dekorative Zusätze. Im Vordergrund standen Material, Form und Brennführung.

Die vorliegende Schale besitzt eine ruhig proportionierte, halbkugelige Form mit kräftiger Wandung. Der Standring ist klar abgesetzt und unverglast belassen. Die helle, warm getönte Glasur liegt dicht auf und bildet ein feines Craquelé. Form, Scherben und Glasur entsprechen der hochgebrannten Steinzeugproduktion der Buriram-Region im 12. und 13. Jahrhundert.

Innerhalb des Khmer-Kulturraums nahmen die Werkstätten von Buriram eine vermittelnde Position ein: geografisch peripher zum Zentrum Angkor, kulturell jedoch eng eingebunden. Ihre Erzeugnisse dokumentieren die regionale Ausprägung einer übergeordneten keramischen Tradition, die den materiellen Alltag des Reiches prägte.

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