Korea
Teeschale (chawan)
glasierte Keramik
Muji Hakeme (無地刷毛目)
H. 6,8 cm, D. 18,2 cm
Korea
Joseon-Dynastie (1392-1897)
16. – frühes 17. Jahrhundert
Preis auf Anfrage
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Diese koreanische Teeschale wird in das 16. oder frühe 17. Jahrhundert datiert. Sie besteht aus einem dunkel gebrannten, eisenhaltigen Scherben und ist innen sowie außen mit einer hellen, stellenweise leicht grünlich wirkenden Engobe überzogen.
Die Engobe ist gleichmäßig verteilt und zeigt keine sichtbaren Pinselspuren. Ihr Erscheinungsbild legt nahe, dass die Schale in die Engobe getaucht oder vollständig übergossen wurde. Die Bezeichnung Hakeme (wörtlich „Pinselspur“) folgt hier der japanischen Klassifikation, die auch schlicht ausgeführte Schalen ohne erkennbaren Pinselauftrag unter diesem Typus zusammenfasst. Entsprechend ist die Bezeichnung muji hakeme („schlichte Hakeme“) zu verstehen.
Die Form ist weit geöffnet und ruhig proportioniert. Im Inneren sind deutliche Brenn- sowie Alterungsspuren erkennbar, insbesondere Abdrücke von Brandstützen im Spiegel. Darüber hinaus finden sich Risse und kleinere Abplatzungen, die auf Gebrauch und Alterung zurückgehen und das heutige Erscheinungsbild der Schale mitprägen.
Die in Material und Oberfläche erkennbaren Unregelmäßigkeiten entsprechen dem Erscheinungsbild, das im japanischen Teekontext seit dem 16. Jahrhundert mit dem Begriff wabi bezeichnet wurde. Risse, Abplatzungen und Brennspuren wurden dabei nicht als Defekte verstanden, sondern als Folgen von Gebrauch und Alterung.
Die zugehörige Holzkiste trägt die Aufschrift muchi hakeme wan („schlichte Hakeme-Teeschale“), eine japanische Einordnung nach Erscheinung und Typus. Sie verweist auf die spätere Klassifizierung der Schale im japanischen Teekontext.
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