Negoro katakuchi

großes Gießgefäß (katakuchi)

Negoro-Lackware
H. 16,5 cm, D. 25 cm, L. 31 cm

Japan
späte Muromachi-/Momoyama-Zeit
16. Jahrhundert

Provenienz:
ehemals Sammlung Ogyū Shōzō (ge. 1947), ehemaliger Kurator bzw. Leiter der kuratorischen Abteilung des Japan Folk Crafts Museum, Tokio 

Preis auf Anfrage

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Ein japanisches Negoro-Lack Tablett.

Dieses große Katakuchi besitzt jene besondere Qualität, die sich erst über lange Zeiträume hinweg in Negoro-Arbeiten entwickelt. Seine Wirkung entsteht aus den deutlich sichtbaren Spuren eines langen Gebrauchs.

Der einst leuchtende rote Lack hat im Laufe der Jahrhunderte nicht nur an Glanz verloren, sondern auch Teile seiner Oberfläche eingebüßt. An vielen Stellen tritt der schwarze Unterlack hervor und bildet im Inneren der Schale dunkle, unregelmäßige Flächen. Diese Veränderungen sind das Ergebnis wiederholter Benutzung, von Flüssigkeiten, Reinigung und fortgesetzter Berührung.

Der breite Korpus zeigt einen langen Riss, der sich vom Rand herabzieht. Solche Schäden sind bei alten Negoro-Gefäßen häufig und verweisen auf ihre ursprüngliche Funktion als Gebrauchsobjekte.

Auch der plastisch ausgearbeitete Fuß mit seinen gelappten Konturen trägt deutliche Altersspuren. Am Rand des Standrings haben alter Holzfraß und kleinere Ausbrüche das Holz freigelegt und die Kontur des Fußes verändert.

Unter dem Fuß befindet sich ein textiles Sammlungsetikett mit rotem Siegel. Es verweist auf die frühere Zugehörigkeit zur Sammlung von Ogyū Shōzō (geb. 1947), langjähriger Kurator und später Leiter der kuratorischen Abteilung des Japan Folk Crafts Museum.

Die ästhetische Wirkung des Gefäßes liegt in der Verbindung von kraftvoller Form und gealterter Oberfläche. Abrieb, Rissbildungen, freigelegtes Holz und die unterschiedlichen Schichten des Lacks prägen sein heutiges Erscheinungsbild.

In dieser gewachsenen Patina zeigt sich jene Qualität, für die alte Negoro-Arbeiten geschätzt werden: die stille Präsenz eines Gebrauchsobjekts, dessen Form und Oberfläche erst durch lange Nutzung ihre heutige Gestalt erhalten haben.

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