Negoro takatsuki
Opferteller auf Fuß (takatsuki)
Negoro-Lackware
H. 12 cm, D. 24 cm
Japan
frühe Edo-Zeit (1603-1868)
ca. 1650-1720
sold
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Ein breiter Teller auf konischem Fuß, in rotem und schwarzem Urushi lackiert. Die Oberfläche zeigt deutliche Nutzungsspuren; stellenweise ist die rote Deckschicht abgerieben und gibt den dunkleren Unterlack frei.
Gefäße dieser Form wurden in buddhistischen Tempeln und auf Hausaltären zur Darbringung von Opfergaben verwendet. Auf ihnen wurden Speisen wie Reis, Früchte oder Süßigkeiten vor dem Altar aufgestellt. Der takatsuki gehört zu einer Gruppe von Ritualgefäßen, die im religiösen Alltag Japans seit dem Mittelalter belegt sind und in Tempelinventaren regelmäßig erscheinen. Während der Edo-Zeit (1603–1868) verbreiteten sich solche Opfergefäße auch in privaten Haushalten mit der zunehmenden Einrichtung von Hausaltären (butsudan), auf denen zu Gedenktagen und religiösen Festen Opfergaben dargebracht wurden.
Im Inneren des Fußes befindet sich eine mit dem Pinsel aufgetragene Inschrift. Die Schrift ist in einer lockeren halbkursiven Form ausgeführt, wie sie für praktische Beschriftungen von Tempelinventar oder Stiftungen typisch ist. Stil und Pinselduktus sprechen für eine Entstehung um 1700. In der rechten Spalte ist sehr wahrscheinlich das Zeichen 寺 („Tempel“) zu erkennen, darüber vermutlich 仁; zusammen ergibt sich plausibel ein Hinweis auf 建仁寺 (Kennin-ji), einen bedeutenden Zen-Tempel in Kyoto. Die linke Spalte scheint eine kurze Widmungsformel zu enthalten, möglicherweise 真心 („aufrichtiges Herz“), wie sie bei religiösen Stiftungen vorkommt.
Die Inschrift deutet darauf hin, dass das Gefäß ursprünglich zum Inventar eines Tempels gehörte oder im Zusammenhang mit einer religiösen Stiftung verwendet wurde.
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