Schinkel

Vase, Marmor, um 1810-1830

in der Art von Karl Friedrich Schinkel

H. 34 cm, D. 17 cm

Provenienz:
– Frank C. Möller, Hamburg
– Sammlung kirbach.kress

Euro 3.800,-

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Eine klassizistische Vase aus Marmor.

Diese klassizistische Vase aus hellem, fein gemasertem Marmor entstand im frühen 19. Jahrhundert, einer Phase, in der sich die Formensprache des Klassizismus durch besondere Strenge, Klarheit und Maßhaltung auszeichnete. Der Gefäßkörper ist streng axial aufgebaut und folgt einer klar gegliederten Abfolge aus profiliertem Standfuß, leicht eingezogenem Hals und sanft ausgestellt gearbeitetem Mündungsrand. Dezente umlaufende Profile strukturieren den Bauch und verleihen dem Objekt rhythmische Spannung, ohne den Gesamteindruck zu dominieren.

Die Ausführung zeugt von hoher handwerklicher Präzision. Die Übergänge zwischen den einzelnen Formzonen sind sorgfältig gearbeitet, die Profile klar geschnitten und gleichmäßig geführt. Der Marmor wurde fein geschliffen und poliert, sodass seine natürliche Maserung sichtbar bleibt und als lebendiges, jedoch zurückhaltendes Gestaltungselement wirkt. Kleine Einschlüsse und farbliche Nuancen im Stein verweisen auf das natürliche Material und unterstreichen den authentischen Charakter des Objekts.

In ihrer formalen Disziplin und architektonischen Klarheit steht die Vase Entwurfsprinzipien nahe, wie sie im Umfeld des Berliner Klassizismus entwickelt wurden. Insbesondere die ausgewogenen Proportionen, der bewusste Verzicht auf ornamentalen Schmuck sowie die Konzentration auf reine Form lassen an Arbeiten denken, die im Kreis um Karl Friedrich Schinkel entstanden oder von dessen ästhetischen Vorstellungen geprägt wurden. Eine direkte Zuschreibung an Schinkel selbst konnte bislang jedoch nicht archivalisch belegt werden.

Die Vase befand sich über längere Zeit in der Sammlung des Hamburger Kunsthändlers und ausgewiesenen Schinkel-Experten Frank C. Möller, der aufgrund der stilistischen Nähe wiederholt eine mögliche Zuschreibung erwogen hatte. Trotz intensiver Recherchen ließ sich eine eindeutige Autorschaft nicht nachweisen, sodass das Objekt heute bewusst als Arbeit in der Art von Schinkel geführt wird.

Unabhängig von der Frage der Zuschreibung dokumentiert die Vase eindrucksvoll das hohe Niveau klassizistischer Steinbildhauerarbeiten im frühen 19. Jahrhundert. Ihre klare Silhouette, die präzise Durcharbeitung der Profile und der souveräne Umgang mit dem Material verleihen ihr eine zurückhaltende Präsenz, die sowohl im historischen Kontext als auch in einer heutigen Präsentation Bestand hat.

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