Tsuji Seimei

mizusashi

Frischwassergefäß (mizusashi)

Shigaraki-Keramik

H. 17 cm, D. 17,6 cm

Künstler:
Tsuji Seimei (1927-2008)

Beschriftung Dosendeckel:
信楽 (Shigaraki)
水指 (mizusashi)
清明 (Seimei)  & sein Siegel

sold

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Ein japanisches Negoro-Lack Tablett.

„Ein Gefäß ist für mich nicht nur Form, so wenig wie ich beim Menschen nicht nur die äußere Erscheinung sehe; ich muss auch sein Wesen, seine Persönlichkeit erfassen. Es ist wichtig für mich, dass es ein Innen und Außen gibt.“

Mit diesen Worten beschrieb Tsuji Seimei 1983 sein Verständnis von Keramik.

Dieses Shigaraki-Mizusashi vermittelt sehr unmittelbar, was er damit meinte. Die Form ist kraftvoll und geschlossen aufgebaut. Besonders der bewusst unregelmäßig gestaltete Rand verleiht dem Gefäß seinen Charakter. Er wirkt wie aus dem Material heraus gebrochen und verleiht dem Gefäß jene archaische Selbstverständlichkeit, die viele frühe Shigaraki-Arbeiten auszeichnet. Zusammen mit seinem Deckel und der vom Holzbrand geprägten Oberfläche entsteht ein Gefäß von großer Eigenständigkeit.

Tsuji Seimei (1927–2008) gehört zu den bedeutendsten Keramikern Japans des 20. Jahrhunderts. Als Sohn eines Antiquitätenhändlers kam er schon früh mit alter japanischer Keramik in Berührung. Bereits als Kind entwickelte er ein außergewöhnliches Gespür für historische Gefäße. Mit zehn Jahren begann er zu töpfern, wenige Jahre später gründete er in Setagaya gemeinsam mit seiner Schwester das Tsuji Pottery Research Institute und errichtete einen eigenen Ofen. Zu seinen Lehrern gehörten Persönlichkeiten wie Tomimoto Kenkichi und Itaya Hazan.

Schon früh richtete sich sein Interesse auf die großen historischen Brennorte Japans. Besonders Shigaraki wurde für ihn zum Maßstab einer Keramik, deren Ausdruck unmittelbar aus Ton, Feuer und Form entsteht. Ihn beschäftigte weniger die Wiederholung alter Vorbilder als die Frage, weshalb diese Gefäße über Jahrhunderte ihre Überzeugungskraft bewahrt haben. Seine eigenen Arbeiten greifen diese Tradition auf, ohne historisierend zu wirken. Sie sind eigenständige Antworten auf die klassische japanische Keramik.

Seimei arbeitete zeitlebens mit großer Konsequenz. Den Ton bereitete er selbst auf, technische Hilfsmittel lehnte er weitgehend ab. Seine Gefäße entstanden auf einer einfachen Handscheibe (te-rokuro), die mit einem Holzstab in Bewegung gesetzt wurde. Darin sah er einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Bewegung des Körpers und der Form des Gefäßes. Ebenso wichtig war für ihn die Bereitschaft, auf den Ton und auf den Ofen zu hören – eine Haltung, die Erfahrung, Geduld und handwerkliche Sicherheit voraussetzt.

Seine Arbeiten fanden schon früh internationale Anerkennung. Werke gelangten unter anderem in die Sammlung des Weißen Hauses, in das Indiana University Museum of Art und in das Keramikmuseum von Faenza. 2001 war Tsuji Seimei mit einer Ausstellung zeitgenössischer japanischer Keramik in Hamburg vertreten, 2006 wurde er zum Ehrenbürger Tokios ernannt.

Dieses Mizusashi vereint vieles von dem, was Tsuji Seimeis Werk auszeichnet: die Kraft des Materials, die bewusste Nähe zur historischen Keramik und eine Form, die aus der unmittelbaren Arbeit mit Ton und Feuer entstanden ist. Gerade diese Verbindung verleiht dem Gefäß seine besondere Ausstrahlung.

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